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Jacques Chapuis (1926 - 2007)

Jacques Chapuis

Jacques Chapuis wurde am 13. Januar 1926 in Biel in der Schweiz geboren.
Seine Liebe zur Musik wurde von seinem Vater, einem musikbegeisterten und guten Violonisten, entdeckt. Dank ihm bekam er sehr früh Klavierunterricht. Er ist noch Schüler an der Hauptschule ("collège"), als er eine Jazz-Band, "Jacques Chapuis und die Hauptschüler", gründet!

Mit 18 geht er in die Musikschule ("Conservatoire") in Biel und beginnt ein Berufsstudium mit Adrian Aeschbacher. Ein Jahr später geht er in die Musikhochschule in Genf und studiert 5 Jahre lang in der Klasse von Dinu Lipatti. Als dieser stirbt, studiert er bis zum Ende mit Nikita Magaloff. An der Hochschule in Genf begegnet er Edgar Willems, den er bereits durch ein erstes Buch kennt, in seinen Kursen für die auditive Entwicklung, der Philosophie und der Musikpsychologie.

Nach seinem Studium wird er Klavierlehrer an der Musikschule von Biel und heiratet. Drei Kinder werden geboren. Parallel dazu kommt er drei Aktivitäten nach: Klavierlehrer, Instrumentalist in ganz Europa und Betreuer der "Jeunesses Musicales" (Musikalische Jugend) in der Schweiz unter anderem mit der Gründung der welscher Fachgruppe.

Im Jahr 1960, mit der Lehrqualität an der Musikschule unzufrieden, gründete er sein eigenes "Institut Jacques Chapuis - Neue Schule für Klavier und Geige". Dort wirkten jahrelang der Professor Willems und die Pianistin-Entertainerin Lily Merminod mit.
Dieses kleine private Institut wird schnell zum Ausbildungszentrum für junge Lehrer, die neue Wege gehen und die angestrebte kreativere Pädagogik umsetzen wollten. Es diente auch als Sprungbrett zur Gründung der "Ecole Jurassienne et Conservatoire de Musique" (Schule der Region Jura/Schweiz und Musikhochschule) in Delémont, die Jacques Dupuis von 1964 bis 1976 leitete. In diesem Rahmen entstand das "Institut Edgar Willems" und 1968 wurde der "Internationale Verein für die Willems-diplomierten Lehrer" gegründet.
Von 1968 bis 1972 ist er Präsident der "Jeunesses Musicales de Suisse" (Musikalische Jugend der Schweiz) und in Zusammenarbeit mit dem "Radio-Suisse-Romande" (Schweizer-Welscher Radiosender) ruft er die schöne Idee dieser Bewegung ins Leben: "Die Musik von Jugendlichen für Jugendliche".

Er verläßt 1979 die Schweiz um sich der internationalen Verbreitung des musikalischen und menschlichen Ideals von Edgar Willems intensiver zu widmen. Er zieht in die Region von Lyon und heiratet wieder. Aus dieser zweiten Ehe werden auch drei Kinder geboren. Mit der Unterstützung von Béatrice Westphal, seiner Gattin, organisiert und leitet er Ausbildungs- und Aufbaukurse für die Lehrer für musikalische Ausbildung, was sie durch Frankreich, und dann Spanien, wie Troubadours der modernen Zeiten reisen läßt.
Zu dieser sehr intensiven und regelmäßigen Tätigkeit der Unterrichtstourneen kamen weltweit zahlreiche Sensibilisierungsauftritte hinzu, auf der Spur von Edgar Willems, den er schon im Belgischen Kongo, in Portugal und in Brasilien vertreten hatte.

Von 1977 bis 1988 arbeitet er mit dem Tänzer Jean Serry zusammen (Buchautor von "Par le mouvement" - "Durch die Bewegung") mit dem Hintergrund, dass die körperliche Bewegung den Geist dynamisiert und dass der Geist die Bewegung animiert. Ihre gleichzeitigen Improvisationen zwischen Tanz und Klavier waren das Wahrzeichen dieser Freiheit und dieser brüderlichen Menschlichkeit, der Eine dem Anderen zuhörend, der Eine dem Anderen folgend, nie allein mit sich selbst.

Als Pianist nahm er an internationalen Treffen und Kongressen teil. Dabei machte er immer wieder die Pianisten darauf aufmerksam, wie wichtig der Anfang und die musikalische Vorbereitung bei Kindern ist... natürlich mit der Willems-Methode!
Als Willems-Botschafter spornte er die Einführungslehrer an, bis zum Instrument vorzudringen, unter anderem mit seinen Praktika "Einführung in die Klavierkunst". Dies führte ihn 1982 dazu, die Französische Sparte des Europäischen Vereins für Klavierspieler ("Section Francaise de l'Association Européenne des Professeurs de Piano") zu gründen, die er auch 15 Jahre lang präsidierte. Im Jahr 1985 startet er ein neues Abenteuer: die Eröffnung einer Willems-Schule in Paris, dann der Willems-Schule Ryméa in Lyon.
Ab 1998 bereitet er die Zukunft der Willems-Bewegung vor, indem er ein Team französischer, schweizer, spanischer und italienischer Didaktiker ausbildete.

Jacques Chapuis

Gemeinsam mit Béatrice unterzeichnet er eine Biographie "Auf dem Weg zu Edgar Willems" mit dem Untertitel "Ein Leben, ein Werk, ein Ideal"... Dieser Titel ist auch für ihn passend! Sein Leben, mit Leidenschaft gelebt, getrieben von einem großen Ideal, wurde 40 Jahre lang der Willems-Bewegung gewidmet. Durch sein Charisma und seine Ausstrahlung hat er hunderte von Berufungen bei Pädagogen geweckt, die von seiner Liebe für "das Kind" gerührt waren, aus dem er " ein höheres Potenzial als bei Erwachsenen" an den Tag legte.

Über 15 Jahre lang kämpfte er mit Kreislaufproblemen, die letztendlich über seinen Mut und seinen Willen siegten. Dieser große Musikbotschafter, getrieben vom Vorbild seiner Meister, Dinu Lipatti und vor allem Edgar Willems, starb in Lyon am 9. Juni 2007.

Jacques Chapuis


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